[but before you come to any conclusion,
try walking in my shoes ...]
ich hatte eigentlich nichts zum schlagzeilen beherrschenden thema zu schreiben. allein, weil die genialität, die michael jackson nachgesagt wurde, zwar nicht völlig, aber in großen mengen an mir vorbei gerauscht ist. keine frage, er war mal gut. aber als er gut war, fand ich andere besser. "genial" war für mich prince. der konnte alles selber spielen und hat seine dinger selber produziert [auch wenn man seine jeweilige bandbesetzung als einfluß jeweils deutlich aus den alben heraushört]. prince hat musikmaßstäbe gesetzt, michael jackson hat pop gemacht. mädchenmusik halt. die wenigen kuhlen mädchen [und alle holländer, auch so ein thema] gingen "damals", so mitte der 80er, zu prince konzerten.
selten hat mich der tod eines bekannten künstlers emotional so unberührt gelassen. im gegensatz dazu erinnere ich mich noch genau an die meldung, dass freddy mecury verstorben sei. es war anfang der 90er, ich saß in meiner studentenwohnung beim frühstück. es kam nicht wirklich unerwartet, die welt wußte ja um seine damals noch als unheilbar geltende krankheit. ich weiß nur noch, dass ich recht lange geweint habe. keine ahnung warum, ich besaß nicht ein einziges album von ihm. das ist mir auch im nachhinein nicht erklärlich. ich hatte auch alle angestrebten konzertbesuche bis dahin mit "ach, ... beim nächsten mal!" verschoben. rückblickend DER musikalische fehler meines lebens schlechthin.
tage nach der meldung des todes von jackson habe ich inzwischen doch ein paar emotionen zu seinem tod. egal wie irre er war: er tut mir rückblickend leid. er hat's schlichtweg nicht gepackt. wie leicht es ist, als gefeierter 20 + X jähriger völlig den halt zu verlieren habe ich vor ein paar monaten in einer sehr guten
depeche mode biographie über david gahan gelesen. der hat den helden-olymp der frügestorbenen megastars ja auch nur um wenige sekunden verpaßt, obwohl er eigentlich schon angekommen war. meine herren, was war das für ein jahrelanger film. im zeitalter vor internet hat man davon natürlich so gut wie nix mitbekommen. und im gegensatz zu michael jackson war gahan auf dem höhepunkt des untergangs in denkwürdiger und bester konzertform. absolut desaströs, mit unglaublichen geschichten am rande. sehr unterhaltsam im nachhinein, sicherlich absolut grenzwertig für alle damals beteiligten.
götterdämmerung halt ...
aber zurück zum king of pop, dessen stück welches mich bei erscheinen am meisten genervt hat, mir heute am besten gefällt [
hört, hört!]. ich glaube, ich verstehe vieles. von menschen enttäuschte frauen legen sich die achte katze zu, michael jackson hatte es halt mit kindern [ich glaube übrigens zu 100% nicht, das ...]. finde ich emotional und rational sehr nachvollziehbar. es gibt ja auch die ein oder andere
belegte geschichte, die ein recht normales licht ausstrahlt. sofern man mit dieser bekanntheitsbürde überhaupt von normal sprechen kann. und, was die restlichen "geschichten" so angeht: mit diesem erfolg und insbesondere so einem gearteten vater, würde ich mich täglich mit schwarzer schuhcreme einreiben, mir auf dem von mir festungsartig ausgebauten obersalzberg in monatlichen abständen von vitali klitschko die nase breithauen lassen und überlegen, ob ich irgendwie mein geschlecht sang und klanglos ablegen kann. kein zweifel.
| rubrik: who want's to live forever ... |