freitag vor der wahl

gestern war der landes-jürgen da. so 'ne tendenziell geschlossene gesellschaft im ansässigen fraunhofer institut. aus beruflichen gründen mußte man sich da halt sehen lassen ...
und während der jürgen zwei reihen vor mir so vor sich hin erzählte [übrigens ganz gut], dämmerte mir, was ich am sonntag wählen werde. was ich nicht wählen werde wußte ich schon vorher. zum beispiel unsere kanzlerin, die ich beim letzten mal so verschmäht habe - und mit der ich umso überraschender sehr zufrieden bin. eine fügung des schicksals hat beim letzten mal meine schröder stimme zum besseren geleitet. weniger krawall, mehr denken.
aber zurück zum thema. während es um innovationen, technik, wirtschaftsförderung und obligatorische managerschelte ging fiel mir mit zunehmender zeit auf, worum es vor allem nicht ging. zum beispiel um das krasse missverhältnis zwischen investionen in kinder, jugend und bildung im vergleich zu anderen bereichen. und ich erinnere mich noch sehr gut, wie unter dem dicken eben diese gelder gnadenlos aufs minimum runtergestrichen worden sind. es gibt keinen direkten zusammenhang, aber die zinsen dieser streichungen sehe ich unter anderem in geschehnissen wie denen um das tragische ende eines menschen an einer münchener s-bahn haltestelle. ich glaube nämlich nicht, dass wirklich JEDER mensch die freie wahl seiner entwicklung hat. wer das glaubt kann nicht mal ansatzweise aus seinem elfenbeinturm herausschauen.
jenseits dieser türme sieht es nämlich düster aus. wenn sich nicht irgendwann - und zwar schnellstens - jemand gezielt um die kinder des wegbrechenden teiles dieser gesellschaft kümmert haben wir gleich zwei probleme, die daraus hervorgehen: ein sicherheisttechnsiches und vor allem ein wirtschaftliches.
schlecht bis garnicht erzogene und unausgebildete menschen sind auf mittlere sicht nun mal tödliches gift für volkswirtschaften. viel schlimmer als diese ganze herbeigeredete steuerscheisse, die ich langsam wirklich nicht mehr hören kann. wer viele steuern zahlt, der verdient auch viel. solange das geld für gute dinge ausgegeben wird kann man eigentlich garnicht genug steuern zahlen. ich empfinde meine sicherlich nicht geringe "steuerlast" als okay, aber ich bin ja auch noch in der kirche, weil ich glaube, dass es gut ist wenn ausserhalb unseres staatswesens noch jemand in der lage ist etwas für menschen zu tun. der laden funktioniert nämlich nur richtig gut, wenn alle was davon haben.
und weil ich das alles so sehe, müßte ich eigentlich die linken wählen, der slogan "reichtum für alle" war ohnehin der einzig geistreiche im ganzen "wahlkampf". da die linken aber definitiv nicht mit regieren werden [aber vielleicht beim nächsten mal] mache ich das kreuz wieder da, wo ich es bisher immer gemacht habe. ich teile zwar in weiten teilen wirtschaftliche inhalte einer schwarz-gelben koalition, aber ich bin der festen überzeugung, dass uns das nicht gut tun wird. ganz nebenbei: ich kann mir keinen besseren finanzminister vorstellen als den, den wir jetzt haben.
| rubrik: privilegierter sozi |
timanfaya - Fr 2009-09-25 14:16






















































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