innenansicht eines träumers
ich träume im regelfall so, dass ich morgens keinerlei erinnerung um das geschehene habe. heute ist mir aufgefallen, dass ich an etwas eine "normale" erinnerung habe, was mir garnicht real passiert ist.
es geht aufs abi zu und ich sitze irgendwo im sekretariat vor dem büro des oberstufenleiters, mit dem ich mich - wie auch im realen leben - bestens verstehe. leider muss er mir eröffnen, dass ich bei der wahl meiner kurse irgendeine abdeckung eines pflichtnebenfaches wohl etwas übersehen habe und mir ein ganzer kurs fehlt. hier überschneidet sich definitiv abi und uni, wo immer die gefahr bestand aufgrund einer hochkomplizierten prüfungsordnung [die eigentliche hürde dieser fachrichtung] irgendeine unterschrift im nebenkurs eines nebenpflichtzuwahlfaches eine unterschrift nicht geleistetet hat, weshalb man rückwirkend seinen akademischen grad aberkannt bekommt und noch mal von vorne anfangen muß. jedenfalls bleibt das gespräch mit meinem stufenleiter offen, meine erinnerung endet mit der schlechten nachricht.
es soll ja so fälle geben, bei denen der traum immer an einer bestimmten stelle unterbricht. so eine art murmeltiertraum, ich bin mir ziemlich sicher schon hundert mal diese situation gefühlt zu haben.
warum mir das ausgerechnet heute auffällt - keine ahnung. aber eine deutung habe ich zur hand. innerlich beschäftigt mich wohl schon länger die frage, wie aus dem sich zu nichts nutze fühlenden jugendlichen das werden konnte, was mir heute teilweise wie von selbst vor die füße fällt [was natürlich nicht immer stimmt, aber mit zunehmendem alter bekomme ich irgendwie den ggf. nötigen aufwand nicht mehr so spürbar mit]. wirtschaftskrise? nie gesehen. beziehungsprobleme? ganz im gegenteil. warten auf den zeugungsprozeß? wie auf bestellung. sonstige probleme? nie gesehen - wo?! und so weiter ...
manchmal - wenn das alles etwas wirklichkeitsfremd kumuliert - wird es mir kurz mal sehr unheimlich. dieses gefühl des "so kann das doch nicht endlos weiter gehen?!". die angst vor dem enden des glücks, von dem ich überhaupt nicht weiß, womit ich das verdient habe. ein sehr sehr seltsames gefühl.
und dann nehme ich all meinen mut zusammen und sage mir selbst: "doch - weil ich es so will!". ich bin ein gelebtes und geborenes sonntagskind - und dabei bleibt es! vielleicht ist der trotz der schlüssel, auch wenn es mal schlechter lief [und auch das gab es schon reichlich]. sofern es diesen überhaupt geben kann ...
| rubrik: sonntagskind |
timanfaya - Do 2009-08-27 12:49



























































